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Frankfurt. Der englische Investor Patrick Nally wird nicht Betreiber des neuen Waldstadions. Erwartungsgemäß teilten gestern Bürgermeister Joachim Vandreike (SPD) und Kämmerer Horst Hemzal (CDU), mit, die Verhandlungen mit der Nally-Gruppe Bravo Network Limited hätten "zu keinem zufrieden stellenden Ergebnis geführt". Verhandelt wird jetzt mit dem Hamburger Sportrechtevermarkter Sportfive GmbH und der Neu Isenburger HSG-Gruppe, einem Dienstleister für Facility Management, die ein gemeinsames Konzept vorgelegt haben. Mit Nally war über Betrieb und Vermarktung des Stadions sowie über den Bau einer 14 000 Zuschauer fassenden Veranstaltungsarena und eines Hotels auf dem Stadiongelände verhandelt worden. Er konnte dafür aber "keine ausreichend belastbaren Finanzgarantien" vorlegen, wie Vandreike und Hemzal erklärten. Bei den Verhandlungen mit Sportfive und HSG gehe es nun ausschließlich um Betrieb und Vermarktung des neuen Waldstadions. Die beiden Unternehmen seien "professionelle Partner mit nachgewiesener Kompetenz", betonte die beiden Stadträte. In der Tat: Die Sportfive GmbH, die sich früher Ufa Sports nannte, ist seit dem Einstieg bei Hertha BSC Berlin ein Begriff. Die Gruppe mit mehr als 20 Tochtergesellschaften in 13 Ländern verfügt über zahlreiche internationale TV- und Marketingrechte im Sport. Besonders stolz ist das Hamburger Unternehmen auf die Zusammenarbeit mit dem HSV und insbesondere auf die Vermarktung der AOL-Arena. Außerdem wird noch Borussia Dortmund umfassend betreut. In der Zweiten Liga arbeitet Sportfive mit dem 1. FC Nürnberg und Arminia Bielefeld zusammen. Weitere Einzelrechte betreut das Unternehmen von Bayer Leverkusen, VfL Wolfsburg, Hannover 96 und dem VfL Bochum. Caroliene Götz, Pressesprecherin von Sportfive, begründete das Interesse am Waldstadion damit, dass Frankfurt eine "exponierte Stellung" habe. Das Unternehmen habe auch eine Zusammenarbeit mit der Eintracht "im Auge", betonte sie. Die HSG, die für die technische Seite des Stadionbetriebs zuständig sein soll, wurde 1988 als Philipp-Holzmann-Tochter gegründet und gehört heute zum internationalen Baukonzern Bilfinger Berger AG. Das Unternehmen bewirtschaftet zahlreiche Gebäude und Grundstücke. In der Referenzliste finden sich unter anderem das Büro- und Geschäftshaus Neuer Dovenhof in Hamburg, Objekte der R+V-Versicherung in München, Düsseldorf und Karlsruhe sowie der Allianz-Komplex in Berlin-Treptow. Das Dienstleistungsangebot reicht vom einfachen Reinigungsservice bis hin zu komplexen internationalen Betreiberkonzepten. Man werde "in den kommenden Wochen sehen", ob eine aus Sicht der Stadt Frankfurt "wirtschaftlich tragfähige Lösung" möglich sei, betonten Vandreike und Hemzal. Nach Angaben von Vandreikes Referent Ralph Klinkenborg hat die Stadt auch den Bau einer Halle und eines Hotels "noch nicht aus den Augen verloren". Eine große Halle gehöre heutzutage zur modernen Infrastruktur nationaler wie europäischer Metropolen. Voraussichtlich werden diese Bauprojekte allerdings erst nach der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 zur Debatte stehen. Der Bau des Waldstadions kostet rund 126 Millionen Euro, von denen 64 Millionen Euro durch die Stadt Frankfurt, 20,5 Millionen Euro durch das Land Hessen und die restlichen 41,5 Millionen Euro durch Kredite aufgebracht werden sollen. Erhofft wurde, dass durch einen Betreiber und Vermarkter rund 80 Millionen Euro in die Kasse kommen. Ob dies bei der kleineren Lösung noch der Fall sein wird, ist offen. (jge) |
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