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Von Matthias Kittmann FRANKFURT A. M. Da staunte Lions-Manager Lance Nethery nicht schlecht und ging deshalb auch noch einmal alle Namen durch: "Stimmt, zum ersten Mal, seit ich in Frankfurt bin", und das ist er schon seit über einem Jahr, "fällt bei uns kein einziger Spieler wegen Verletzung oder Sperre aus." Worauf er gleich drei Kreuze machte oder was man so als abergläubischer Mensch tut. Und nicht nur das. Die Lions können vor dem Wochenende mit den Eishockey-Spielen heute bei den Krefelder Pinguinen (20 Uhr) und am Sonntag in der Eissporthalle (18.30 Uhr) gegen den ERC Ingolstadt sogar endlich ihren letzten Neuzugang auf dem Eis präsentieren: David Gosselin. Der 26-jährige Kanadier hatte bekanntlich gleich nach seiner Ankunft Anfang September Pech, als ihn beim Krafttraining ein Lungenkollaps erwischte. Der ist jetzt auskuriert, Gosselin hat diese Woche voll mittrainiert, und Nethery sagt: "Wir werden ihn lizenzieren." Er soll zunächst in der Reihe mit Mike Harder und Robert Francz, dessen Matchstrafe im Pokalspiel gegen Nürnberg auf die DEL-Spiele keine Auswirkung hat, mitwirken: "A line with a lot of meat", so Trainer Rich Chernomaz, was man nur unzureichend mit "eine Sturmreihe mit 'ner Menge Fleisch" übersetzen kann. Gemeint ist, dass die drei einige physische Wucht aufs Eis bringen und damit den Gegner beeindrucken können. Auch der gegen Nürnberg geschonte Pat Lebeau ist dabei, so dass wirklich alle Mann an Bord sind. In Krefeld erwartet Chernomaz ein "ganz enges Spiel", die Pinguine haben am Wochenende mit ihrem überragenden Keeper Robert Mülller zweimal zu Null gewonnen. Co-Trainer Gary Clark schwächt aber ab: "Hannover und Ingolstadt waren an diesen Tagen nicht besonders stark." Clark, vergangene Saison noch in Diensten der Lions, steht mit einigen Ex-Frankfurtern auch im Mittelpunkt des immer noch schwelenden Streits um nicht gezahlte Gehälter. Nachdem Christoph Sandner in der gestrigen FAZ den Lions Hinhaltetaktik und gebrochene Versprechen vorgeworfen hatte, legt Butch Goring, aktuell Trainer der Krefelder, aber vor zwei Jahren für zehn Spiele bei den Lions, in der FR nach: "Ich verstehe überhaupt nicht, wie ein Club wie die Lions, der seine Gehälter nicht bezahlt, überhaupt eine Lizenz bekommen kann", wetterte er. Bei seinem Spieler Pascal Appel, ebenfalls vergangene Saison bei den Lions, sei der Scheck aus Frankfurt geplatzt, und Clark habe auch sein Restgehalt noch nicht erhalten. Es sei ein doppelter Skandal, dass dies bei einem Club passiere, dessen Chef, Gerd Schröder, auch noch Aufsichtsratsvorsitzender der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) sei. Die Frankfurt Lions weisen die Vorwürfe als haltlos zurück. Laut Geschäftsführer Bernd Kress gebe es keine ausstehenden Forderungen mehr, es sei denn, ein Spieler habe selbst keine entsprechende Abrechnung vorgelegt, anhand der man die ausstehende Zahlung ermitteln könne. Gerd Schröder sagt: "Wer das nicht glaubt, kann bei uns die Kopien der Zahlungsanweisungen einsehen." So oder so eine etwas eigenartige Angelegenheit. Dass es im Eishockey mit der Zahlungsmoral nicht immer ganz genau genommen wird, ist zwar bekannt. Aber einem Club wie den Frankfurt Lions sollte es eigentlich möglich sein, mit diesem Thema eleganter umzugehen und nicht erst die Klagedrohungen von Spielern abzuwarten. |
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